Séminaire-bloc 9 mars, 23 mars et 4 mai 2018


Die Geschichte der Islamischen Welt kennt über 180 Dynastien, die in ihren Begründungen von Herrschaftsansprüchen und Verständnissen gemeinschaftlicher Ordnungsformen eine ausgesprochen große Varianz aufweisen. Die Frage nach der Relevanz der Religion in der Konstitution gemeinschaftlichen Ordnungsformen nahm für Muslime eine besondere Stellung ein. Von der Propagierung einer systematisch islamischen Herrschaftstheorie bis hin zu umfassenden Adaptionen lokaler Traditionen von Herrschaftslegitimation erfuhr die Islamische Welt in ihrer Geschichte ganz unterschiedliche Weisen der Beantwortung dieser Fragen. Gerade seit den jüngsten Umbrüchen in der Islamischen Welt ist die Frage nach dem Verhältnis von Religion und Staat eine bestimmende. Schließlich wird der Einblick in unterschiedliche Verständnisse des Verhältnisses von Religion und Politik auch für europäische Gesellschaften zunehmend von Bedeutung, sofern sie durch die Beheimatung muslimischer Minderheiten oder auch den außenpolitischen Herausforderungen globaler Gemeinschaft unmittelbar berührt sind.